SAW - Straight Away

In dieser neuen Rubrik möchte ich etwas zum Thema SAW berichten. Nachdem einige deutsche Modellbaukollegen seit 2001 ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" (USA) auszogen um bei den LA-SAW's, gewissermaßen der Weltmeisterschaft, teilzunehmen und sich mehr als Wacker schlugen, ist der Begriff SAW bei uns mittlerweile sehr bekannt geworden und 2003 fand der "First German SAW" in Duisburg-Rahm statt.

Nun, was ist Straight Away?

Ziel ist es, ein möglichst schnelles ferngesteuertes Modellboot zu bauen, das es schafft, während eines Heats, eine Strecke von 2 mal 100 m mit fliegendem Start und eigenständiger Wende so schnell wie möglich zu passieren. Die gemittelte Durchschnittsgeschwindigkeit aus diesen beiden Passes wird gewertet.

Um der Konkurrenz eine gewisse Chancengleichheit zu bieten, gibt es eine Vielzahl verschiedener Klassen, wobei die meisten Klassen der NAMBA (USA) und des deutschen Ausrichters 2003 gleich waren. Zusätzlich gibt es im deutschen Reglement die Powerboatklassen für vorbildähnliche (Scale, Semi-Scale) Modellbootkonstruktionen.

Meine erste Bekanntschaft mit dem Straight Away kam durch die Testfahrten von Matthias Boese auf unserem Vereinsgewässer 2001. 2002 wurde der SAW in Deutschland unter anderem dadurch bekannter, da es Jörg Mrkwitschka und Matthias Boese schafften, zwei neue Weltrekorde für Elektro-Boote aufzustellen.

Heute ist Jörg Mrkwitschka der absolute Weltrekordinhaber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140,36 mph (225,8 km/h) in der Klasse Hydro-T (bis 32 NiXX-Zellen) vom Jahr 2006. 


2003 fand dann der erste deutsche Wettbewerb auf dem Rahmer See bei Duisburg statt, bei dem ich in den Klassen Mono-T (nicht der Rede wert...) und PB-60 (Platz 4) an den Start ging.


Für das Jahr 2004 gab es umfassende Regeländerungen, denn man trennte sich von den amerikanischen Bootsklassen.

Die wichtigsten Änderungen sind:
- gestufte Monorümpfe sind in allen Mono-Klassen erlaubt
- Einführung von zwei Standard-Klassen für 600er und 700er "Blechmotoren"
- Unterteilung der Powerboats in Mono und Hydro
- Einführung der kleinen Powerboatklassen ab 9 Zellen
- Einführung der 32er Zellenaufteilung bei den großen Powerboats

2004 bin ich in den Klassen Comp Hydro 19-24 Z (Boot: Dr Psycho LUI Gen.1, Platz 2), PB Hydro 25-32 Z (Boot: H&M Drifter MkII, Platz 4) und PB Mono 33-64 Z (Boot: H&M Cardiff, Platz 3) gestartet.

Dirk Teichert war in den Klassen PB Hydro 9-12 Z (3. Platz) und PB Hydro 25-32 Z (11. Platz) angetreten.


Der 3. German SAW fand vom 29.07. bis 31.07. 2005 wieder in Duisburg-Rahm statt.
Aus unserer Gruppe startete Holger Bose mit seiner Hydra in der Klasse PB Hydro 13-18 Z und belegte einen 4. Platz mit einem Durchschnitt von 88,84 km/h.

Ich selbst bin nur beim Flat-Out-Contest mit der Oberto angetreten und konnte mir den Preis als Flat-Out King 2005 sichern. Vielen Dank an das Publikum!


Vom 04.-06.08.2006 fand der 4. German-SAW wieder auf dem bewährten Gelände in Duisburg-Rahm statt.
Aus unserer Truppe haben Holger Bose und ich (Marc) den Weg nach Rahm auf uns genommen. Holger ist in der Klasse PB Hydro 13-18 Z mit der Hydra gestartet und hat mit gut 104 km/h einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt (2. Platz). Das gleiche Kunststück gelang ihm mit der Drifter M in PB Hydro 25-32 Z - gut 118 km/h sind nun wirklich eine Hausnummer (3. Platz)! In Comp Mono 9-12 Z wollte er eigentlich nur mal mit der Gozilla über die Strecke fahren und gewann völlig unerwartet diese Klasse mit 72.70 km/h (TOP 76.32 km/h)!  Übrigens wurden alle Boote mit der Motorisierung und der Akkuzahl gefahren, wie sie sonst auch auf dem heimischen Aasee unterwegs sind.

Ich selbst hatte zwei Missionen auf dem SAW. Klaus Jungkeit konnte mich überreden sein 18 Zellen Mono von 2005 für ihn beim SAW zu fahren. Ich führte noch kurzfristig ein paar kleine Modifikationen am Boot durch und peitsche es schließlich mit einem TOP von 102.56 km/h und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100.97 km/h zum Klassensieg in Comp Mono 13-18 Z.
Meine andere Mission war die Titelverteidigung des Flat-Out Kings. Diesmal startete der Wettbewerb um 15.30 Uhr am Samstag Nachmittag. Es war sehr windig und wellig auf dem See, doch stellten sich schließlich sieben Fahrer den Zuschauern. Es waren zwei Hydroplanes in 1:10, vier Hydroplanes in 1:8 und schließlich ein Hydro in 1:6 vertreten. Mein Lauf war recht kurz, da ich die Oberto schon in der zweiten Runde aufs Dach legte. Nachdem die anderen gefahren waren, zog ich dann in der etwas stilleren Bucht den Akku leer.
Diese zweite Vorführung muss einigen Leuten doch recht gut gefallen haben, da ich in der Endwertung Dritter wurde, nach Osvin Manojlovic mit seiner riesigen 1:6er Budweiser und dem Sieger Peter Kneuttinger und seiner T-Plus.


Der 5. German-SAW wurde vom 03.-05.08.2007 wieder in Duisburg-Rahm ausgetragen.
Vereinskollege Holger Bose startete in den Klassen PB Hydro 6-8Z, PB Mono 9-12Z, PB Hydro 13-18Z und PB Hydro 24-32Z. Ich selbst setzte einzig die "Oberto" im Flat-Out-Contest ein.

(Text: Marc)


Links zum Thema SAW:

RC-Raceboats (inkl. SAW-Forum) 

German SAW (die deutsche SAW-Homepage inkl. der Klasseneinteilungen)

RumRunnerRacing (amerikanische Homepage mit SAW-Forum)

NAMBA (der nordamerikanische Dachverband)